Et2 von 1998 kein Benzin

  • Hallo zusammen, ich hoffe hier kann mir jemand weiterhelfen.


    Ich habe eine et2 aus dem Baujahr 98. Letzte Saison ging sie in die Werkstatt. Dort wurden zündkerze und - stecker neu gemacht. Ein paar mal sprang sie tadellos an. Dann stand sie über den Winter in der Garage, und jetzt startet sie nicht mehr.


    Habe momentan Zeit (corona :D) und daher mal den Vergaser ausgebaut. Durch die Nadeln kann man durchschauen. Auch ansonsten lacht mich blankes Metall an. Denke der wurde von der Werkstatt ebenfalls gereinigt.


    Was mir aber auffiel: die benzinleitung zum Vergaser war mit Luft durchsetzt. Ein startversuch (Motor dreht, zündfunke kommt) führt nicht dazu, dass Benzin in den Vergaser läuft. Den zweiten Schlauch zum unterdruckbenzinhahn abgezogen und mit dem Mund angesaugt, läuft Benzin in den benzinschlauch. Aber nicht mehr, wenn ich den Schlauch wieder aufstecken, bzw. Aufhöre zu saugen. Habe gelesen, dass ein kugelventil im Vergaser zu sein könnte und daher ein paar mal ordentlich draufgehämmert :P aber keine chance, da fließt kein Benzin und die vespa startet nicht.


    Woran kann das liegen? Kapitaler Motorschaden? :P Elektrik? Zu wenig Benzin im Tank (aber es läuft ja nach, wenn ich sauge). Vor der dreimonatigen Standzeit lief sie noch.


    Ich freue mich über jede Antwort. Danke schonmal!

  • Hallo,

    dein Benzinhahn ist schonmal in Ordnung (der ist sonst Kandidat Nr. 1).

    Es entsteht also nicht genug Unterdruck beim Ansaugen durch den Motor oder er geht verloren.

    Nach der Winterpause könnte die Kompression noch etwas Nachhilfe brauchen. Das gibt sich, wenn der Motor mal wenige Minuten gelaufen ist. Um ihn in Gang zu bringen hilft wahrscheinlich der Esslöffel voll Sprit direkt in den Ansaugtrichter des Vergasers oder Startspray/Bremsenreiniger.

    Hilft das nix, kürze zunächst den Unterdruckschlauch an der Ansaugstutzenseite ca. 20mm ein, steck ihn wieder auf und sichere mit Clip oder Kabelbinder.

    Noch immer nix? Dann kontrollieren den Ansaugstutzen auf Risse und auch hier wieder schön dicht befestigen.

    Im Vergaser sitzt kein Kugelventil. Das Schwimmernadelventil würde dafür sorgen daß immer genug Sprit im Vergaser ist. Das kann aber auch nur seinen Dienst tun, wenn Sprit aus dem Tank nachläuft. Hier also falsche Baustelle...

    Frank

  • Vielen Dank für die schnelle und ausführliche Hilfe.


    Ich weiß nur leider nicht genau, was der ansaugtrichter des Vergasers ist. Ich sehe zwei große gummischläuche am vergaser: einer kommt von Richtung getriebe (das wirst du vermutlich meinen?) und einer geht runter zum Motorraum.


    Hilft es auch, wenn ich den sprit einfach direkt in die motor kammer kippe, zündkerze wieder drauf und los? Da weiß ich wie ichs machen kann und kippe garantiert nix in die falsche Öffnung...

  • ...wenn du das Helmfach rausnimmst und von oben auf den Vergaser schaust, ist ein Schlauch (in Fahrtrichtung) hinten dran, der kommt vom Luftfilter und endet am Ansaugtrichter.

    Vorne geht dann der Ansaugstutzen in den Motor...

  • Super. Ganz lieben Dank für die deutliche Erklärung. Das werde ich morgen mal ausprobieren.


    Also offensichtlich fehlt irgendwo der Unterdruck. Vielleicht ist tatsächlich einer der Schläuche undicht. Vielen Dank. Ich werde mich melden, wie es geklappt hat.

  • Habe heute endlich an der vespa arbeiten können. Zunächst erstmal das neue Kennzeichen drauf... (Falls sie denn anspringen würde, wäre das gut, dachte ich mir).


    Alle Dichtungen um Vergaser herum geprüft. Alles festgezogen. Dann starthilfespray direkt in den Ansaugtrichter gesprayt. Ging nichts. Spray in zylinder gegeben, zündkerze wieder drauf, Stecker auch, Schlüssel rein und sie sprang an.


    Allerdings zunächst mit Vollgas. Hatte den gaszug wo eingeklemmt... Also wieder raus, in Ordnung gebracht. Sie sprang wieder sofort an, allerdings mit viel Gas geben. Sie ging dann nach rund 20 Sekunden wieder aus. Mehrfach. Habe dann ds standgas erhöht, jetzt bleibt sie an und fährt sich gut. An der tanke brauchte sie aber wieder viel Gas zum Starten (obwohl sie warm war).


    Beim rausholen der zündkerze ist mir auch aufgefallen, dass sie zwar ein gutes verbrennungsbild aufweist, aber total voll war mit frischem Öl. Kann es sein, dass die Maschine beim Start zu viel Öl und zu wenig Benzin kriegt? Falls ja: wie könnte ich das ändern? Lohnt ein additiv?


    Danke schonmal für alle Tipps. Sie springt an, ich freue mich sehr. Die Tipps haben mir sehr geholfen. Vielen Dank.

  • Hi,

    die Versorgung mit Benzin und Öl ist weitgehend unabhängig voneinander.

    Ich kann mir aber gut vorstellen, daß viele Startversuche dazu führen, daß Öl gefördert, aber nicht verbrannt wird. Dann sollte sich dieses Problem von selbst lösen.

    Frank

  • So scheint es zu sein. Mit der steigenden Zahl der Fehlersuche sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass sie noch anspringt. Einmal gestartet fährt sie aber sehr ruhig.


    Mit etwas Gas sprang sie jetzt aber auch nach zwei Tagen standzeit wieder sofort an. Geht dann nur im Stehen nach einigen Sekunden aus. Noch höher würde ich das stand gas aber ungern stellen. Sonst dreht sie im Stand zu hoch, wenn sie warm ist... Ist kein riesen Problem. Nur nervig... Gibt es da noch einen Trick für?

  • Der Choke war anscheinend kaputt. Die nadel dauerhaft ausgefahren.


    Habe ihn getauscht, jetzt startet sie wunderbar, ohne gas geben. Weil sie trotzdem zwischendrin nochmal ausging im Leerlauf, habe ich die gemischsättigung minimal hochgeschraubt. Jetzt geht's. Aber sie fähr lt. GPS jetzt auch fast 53kmh. Bergab mit rückenwind sogar 57kmh :/


    Fremdluft zieht sie nicht. Da ist alles dicht. Aber würde jetzt für mich sagen, dass das in einem tolerablen Bereich liegt. Alle Teile sind original...